Vertical Farming ist ein Mega-Trend in der Landwirtschaft und wird diese in der Zukunft revolutionieren. Der weltweite Markt für Obst und Gemüse aus diesen ganz speziellen kleinen Gewächshäusern ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und wird laut Prognosen auch immer weiter ansteigen. Denn einerseits macht der globale Klimawandel der Landwirtschaft zu schaffen und andererseits wird das Leben in Städten immer beliebter.
Allein aufgrund des Bevölkerungswachstums rechnen Wissenschaftler damit, dass bis 2050 eine zusätzliche Anbaufläche so groß wie Brasilien benötigt wird, um alle Menschen auf der Welt ernähren zu können.

In ihrem Jahresthema 2022 haben sich die Energiescouts von ebm‑papst dieser Herausforderung gewidmet und ein vertikales Gewächshaus geplant und gebaut. Die Energiescouts sind jeweils fünf Auszubildende, die beim Ventilatorenspezialisten bereits in der 12. Generation Nachhaltigkeits- und Umweltschutzprojekte durchführen. Das 2010 von ebm‑papst erfundene Konzept ist mittlerweile über die Grenzen Deutschlands bekannt und wird von nahezu allen Industrie- und Handelskammern als Schulungsprogramm angeboten.    

„Das Ziel der Energiescouts ist es dabei Energie einzusparen und neue Konzepte für einen effizienten, umweltfreundlichen und nachhaltigen Betrieb zu entwickeln“, sagt Johanna Oberhardt, Gruppenleiterin der technischen Ausbildung bei ebm‑papst und Projetverantwortliche der Energiescouts. „Der Grundgedanke bei Vertical Farming liegt darin, den Anbau von Obst oder Gemüse kalkulierbar zu machen. Also einen planbaren Ertrag zu erzielen und neue Anbauflächen zu gewinnen.“

Die Energiescouts begannen die Umsetzung ihrer kleinen Farm mit dem Bau eines Gehäuses und planten dann alle notwendigen Komponenten. Eine optimale Luftzufuhr erzielten die Auszubildenden durch unternehmenseigene Axialventilatoren.  
Die Beleuchtung realisierten sie mit  LEDs von Würth Elektronik. Die Versorgung der Pflanzen wurde über einen Nährstoffboden reguliert. Dafür wurde durch ein Pumpventil sichergestellt, dass Flüssigdünger aus einem Wassertank über einen Verteilerblock perfekt dosiert zu den einzelnen Pflanzen gelangt.

Die aufeinander abgestimmten Komponenten der kleinen Farm ermöglichen ein optimales Klima und sind auf die Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen exakt abgestimmt.

Damit die Prozesse zukünftig automatisiert ablaufen können, haben die Energiescouts zur Überwachung und Analyse des Erntezyklus einen Energiezähler verbaut. Dieser übermittelt Daten aus denen die Azubis optimale Prozesse programmieren und damit beste Ernteergebnisse erzielen können.

„Neben der einfachen Handhabung und Regulierung des Klimas braucht unsere kleine Vertical Farm nur wenig Platz“, sagt Alexandru Dragusin, Energiescout im 3. Lehrjahr. “Durch den Einsatz von lebensmittelechten Materialien erfüllt sie alle notwendigen Voraussetzungen, um bald in der Mulfinger Kantine zum Einsatz für beispielsweise den Anbau von Kräutern zu kommen“.

In der ebm‑papst Kantine in St. Georgen haben die Auszubildenden ihre Vertical Farm bereits erfolgreich in Betrieb genommen.

Die Vertical Farm mit einem der Energiescouts

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