Die 28. Auflage des ebm‑papst Marathons war nicht wie in den Vorjahren – sie war von Trauer begleitet und stand ganz im Zeichen des tragischen Vorfalls in Niedernhall, bei dem am Donnerstagabend ein zwölfjähriger Junge ums Leben kam.
„Die Stadt Niedernhall, der TSV Niedernhall als Ausrichter und wir als Hauptsponsor haben uns intensiv ausgetauscht, ob und in welcher Form wir den ebm‑papst Marathon durchführen wollen. Wir haben uns dann entschlossen, ihn in einem würdigen Rahmen zu veranstalten – mit stillen Starts, Gedenkminuten und gedämpfter Musik“, sagte Hauke Hannig, Pressesprecher der ebm‑papst Gruppe und Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck fügte hinzu: „Wir standen im engen Austausch mit der Familie. Sie unterstützt die Durchführung in der von uns geplanten Form.“
Bereits beim Läufergottesdienst gab es eine Schweigeminute. Auf Musik direkt vor den Starts wurde verzichtet, und bevor die Läufer auf die Strecken gingen, gab es noch einmal eine Schweigeminute.
„Es sollte ein Raum für gemeinschaftliche Anteilnahme geschaffen werden, aber auch die Kraft des sportlichen Miteinanders bewahrt werden“, sagt Ralf Herrmann, Vorsitzender des TSV Niedernhall.
Abseits des ebm‑papst Marathons gab es bereits mehrere Angebote zum Gedenken an den Jungen. Zudem wurde eine seelsorgerische Begleitung an den Gedenkstätten sichergestellt.
In diesem Jahr hatten sich rund 3000 Teilnehmende angemeldet. Die Tendenz bei den Zahlen geht wieder nach oben. „Ich finde es gut, dass der Lauf dennoch stattgefunden hat“, meinte Läufer Markus Wiedemann aus Niedernhall. „Es war schon eine angespannte Stimmung. Und es war auch angebracht, die Starts etwas ruhiger zu machen und die Schweigeminute vor den Starts abzuhalten. Aber auf der Strecke wurden wir Läufer dann auch wieder angefeuert. Das brauchen wir auch.“
Auf der Marathonwiese gab es wie in jedem Jahr allerlei kulinarische Abwechslung sowie die Laufmesse oder Spielstationen für Kinder. Um 8:25 Uhr waren die Marathonläufer bereits auf die Strecke gegangen. Als Erster erreichte Kay-Uwe Müller nach 2:37:59 Stunden das Ziel. Es war sein siebter Sieg in Niedernhall über die rund 41 Kilometer bei zwölf Starts, sein neunter Triumph insgesamt. „Ich bin zufrieden“, meinte er. „Die Zeit war in Ordnung, aber ab Kilometer 32 musste ich mich quälen.“ Etwas mehr als 20 Minuten später hatte Lisa Weber (TSV Ilshofen) die Strecke bewältigt. Mit 2:59:43 Stunden verbesserte sie ihre Zeit vom vergangenen Jahr, als sie ebenfalls gewann, um rund 25 Minuten.
Beim Halbmarathon war ebm‑papst-Mitarbeiter Tobias Feyrer (FuF-Laufteam) am schnellsten unterwegs. Er verwies mit einer Zeit von 1:13:15 Stunden Moritz Bickel und Moritz Wölfel von der Sport-Union Neckarsulm, auf die Plätze zwei und drei. Marie Brand (FuF-Laufteam) war mit 1:28:03 Stunden die schnellste Frau.
Gleich nach seinem Zieleinlauf über die 10 Kilometer in 32:43 Minuten prophezeite Danny Schneider (Optima Runners), dass Franziska Gräter die schnellste Frau sein würde. Die 15-jährige deutsche Vizemeisterin über 3000 Meter in der Altersklasse W15 von der TSG Schwäbisch Hall kam dann auch nach 39:14 Minuten angestrengt, aber lächelnd ins Ziel.
Die schnellsten beim Duo-Marathon waren Marco Neumann und Christian Muth sowie Franziska Metzker und Heidi Kleiser.
Bereits am Samstag gingen die ersten Teilnehmenden im Nordic Walking und 5-Kilometer-Freizeitlauf auf die Strecke. Sylvia Wolff (TSV Niedernhall, 21:17 Minuten) und Mattis Ruck (Mulfingen-Jagstberg/18:48 Minuten) waren die jeweils Schnellsten im Freizeitlauf, der ebenfalls unter dem Eindruck der Bestürzung und Trauer vom Donnerstag stand.
Direkt nach der Veranstaltung begannen auch die Planungen für die 29. Auflage des ebm‑papst Marathons, die am 12. und 13. September 2026 stattfindet.