Feste Abtauintervalle lösen in Kälteanlagen oft auch dann eine Abtauung aus, wenn kaum Vereisung vorliegt. Das erhöht Energieverbrauch und Betriebskosten. Mit Defrost on Demand hat ebm‑papst eine Technologie zur bedarfsgerechten Abtauung auf Basis von Betriebsdaten aus EC-Ventilatoren entwickelt. Auf der Chillventa suchte das Unternehmen den Austausch mit potenziellen Pilotanwendern und Entwicklungspartnern.

Laborergebnisse und erste Feldtests bestätigen das Potenzial

Defrost on Demand wurde bisher unter Laborbedingungen sowie in einer Tiefkühlanwendung erprobt. Der Ansatz nutzt Betriebsdaten des EC-Ventilators, um den Vereisungszustand des Verdampfers zu bewerten und Abtauvorgänge nur bei Bedarf auszulösen. Der Ventilator übernimmt damit neben der Luftförderung zusätzlich die Funktion eines Sensors.

Hohe Energieeinsparung möglich

Welches Potenzial eine bedarfsgerechte Abtauung bieten kann, zeigen die bisherigen Untersuchungen in einer Tiefkühlanwendung bei −18 °C. Im Vergleich zu einer zeitgesteuerten Abtauung reduzierte sich der Energieverbrauch von 7,8 auf 3,4 kWh pro Woche. Statt eines festen Abtauzyklus alle sieben Stunden waren abhängig vom Vereisungszustand lediglich drei bis sechs Abtauvorgänge pro Woche erforderlich. Dies resultiert in einem Einsparpotenzial von mehr als 49 Prozent. Weitere Pilotprojekte sollen die Ergebnisse künftig unter unterschiedlichen Einsatzbedingungen validieren.

Mögliche Integrationswege werden derzeit erprobt

Für die Umsetzung von Defrost on Demand untersucht ebm‑papst derzeit verschiedene Integrationsansätze. Einer davon basiert auf einem EVCO-Kühlstellenregler, der den gesamten Kältekreislauf steuert und die Funktionen für eine bedarfsgerechte Abtauung integrieren kann.

Parallel wird geprüft, wie das NEXAIRA Gateway als digitale Plattform genutzt werden kann, um Betriebsdaten auszuwerten und zusätzliche Monitoring- und Analysefunktionen bereitzustellen. Beide Ansätze befinden sich derzeit in der Weiterentwicklung und werden im Rahmen von Pilotprojekten validiert.

Bedarfsgerechte Abtauung als Entwicklungsschwerpunkt

Defrost on Demand soll unnötige Abtauzyklen reduzieren und so Energieverbrauch, Betriebskosten und CO₂e-Emissionen senken. Gleichzeitig liefert die Auswertung von Betriebsdaten zusätzliche Informationen über den Anlagenzustand. Die gewonnenen Erkenntnisse werden derzeit gemeinsam mit Pilotanwendern weiter ausgebaut.


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