Mehr als 3300 Teilnehmer haben am Wochenende das Kochertal zur Rennstrecke gemacht. Beim 29. ebm‑papst Marathon rund um den Start- und Zielbereich in Niedernhall gingen neben Läufern auch Inlineskater und Handbiker an den Start. Die Veranstaltung verzeichnete dabei erneut einen deutlichen Zuwachs: Rund 300 Teilnehmer mehr als bei der 28. Auflage waren diesmal dabei.
„Wir sind super zufrieden und freuen uns, dass die Teilnehmerzahl erneut angestiegen ist“, sagte Hauke Hannig, Sprecher der ebm‑papst Gruppe. An ein Ende der Veranstaltung denkt man beim Veranstalter natürlich nicht. Ganz im Gegenteil: „Im nächsten Jahr feiern wir den 30. Geburtstag. Dafür wollen wir uns etwas Besonderes überlegen.“
Dass der ebm‑papst Marathon längst eine feste Größe im regionalen Laufkalender ist, zeigt auch die Geschichte von Manfred Richter. Der 82-Jährige aus Rot am See war bei jeder Auflage dabei. „Ich bin 82 Jahre alt und jedes Mal glücklich, wenn ich noch mitrennen darf“, sagte Richter. Die große Marathonrunde muss es dabei nicht mehr unbedingt sein. „Die Marathonstrecke ist schon schwer, aber die zehn Kilometer sind angenehm.“
Der Marathon startete bereits am Samstag mit dem Nordic Walking über 7,5 und 12 Kilometer und dem Freizeitlauf für Jedermann mit einer Strecke von 5 Kilometern. Der Sonntag begann bereits in den Morgenstunden mit den Hauptläufen, gefolgt von den Kinderläufen und zum Abschluss gingen die Inlineskater und Handbiker auf die Strecke.
Auf den zehn Kilometern war das Teilnehmerfeld diesmal besonders groß. 1001 Läufer standen in Niedernhall an der Startlinie. Nur unwesentlich mehr waren es im Halbmarathon: 1019 Teilnehmer nahmen die 21 Kilometer lange Strecke in Angriff.
Über zehn Kilometer war Max Feinauer von der TSG Giengen am schnellsten zurück. Nach 33:31 Minuten erreichte er das Ziel und durfte sich bereits zum zweiten Mal über den Sieg in Niedernhall freuen. Feinauer kennt die Veranstaltung gut und war auch in den vergangenen Jahren regelmäßig dabei. Nach seinem Erfolg wartete eine besondere Belohnung auf ihn: das Mittagessen bei den Großeltern, die in Niedernhall wohnen.
Bei den Frauen setzte sich Pauline von Hebel in 42:09 Minuten durch. Die gebürtige Künzelsauerin, die wegen ihres Studiums mittlerweile in Tübingen lebt, war mit ihrer Zeit allerdings nicht ganz zufrieden. „Ich war etwas langsamer als ich vorhatte“, sagte sie. Im Nachhinein könnte sich die Zurückhaltung allerdings noch auszahlen. Schon am kommenden Wochenende steht für sie ein Bergmarathon im Chiemgau auf dem Programm – mit rund 3000 Höhenmetern.
Während die Zehnkilometerläufer nach und nach den Zielbereich füllten, nahm auch auf der Festwiese der Betrieb zu. Kinder eroberten die Hüpfburg und weitere Spielmöglichkeiten, im Biergarten wurden die ersten Plätze besetzt und auf der Laufmesse informierten sich die Besucher über die verschiedenen Angebote. Der sportliche Wettbewerb ist beim ebm‑papst Marathon schließlich nur ein Teil des Konzepts.
Der Eventcharakter und das gemeinsame Erlebnis für die ganze Familie stehen seit Jahren im Mittelpunkt. Das Organisationsteam legt großen Wert darauf, dass sich auch diejenigen wohlfühlen, die nicht selbst auf der Strecke unterwegs sind.
Einer, der beides miteinander verbinden kann, ist Tobias Feyrer. Der ebm‑papst-Mitarbeiter kennt die Veranstaltung seit Jahren und war bereits 2012 erstmals in Niedernhall am Start. Auch diesmal lief es für ihn bestens. Feyrer wiederholte seinen Sieg im Halbmarathon – und stellte mit 1:12:46 Stunden zugleich eine persönliche Bestzeit auf. Es war ein Start-Ziel-Sieg.
Bei den Frauen setzte sich Antonia Seeger von der Sport-Union Neckarsulm durch. Auch sie lief mit 1:19:44 Stunden persönliche Bestzeit. „Das war so gar nicht geplant“, meinte Seeger. Eigentlich wollte sie den Lauf vor allem als Vorbereitung auf den Berlin-Marathon nutzen. Dort hat sie sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: 2:45 Stunden.
Auch über die klassische Marathonstrecke fiel eine Bestmarke – allerdings in anderer Hinsicht. Kay-Uwe Müller von der TSG Schwäbisch Hall hatte sich vorgenommen, unter 2:38 Stunden zu bleiben. Mit 2:35:56 Stunden gelang ihm das deutlich. Für Müller war es bereits der zehnte Triumph beim ebm‑papst Marathon, zum achten Mal gewann er dabei die Marathonwertung.
„Ich komme aus dem Training und weiß nun, wo ich stehe“, sagte Müller. Der Lauf diente ihm auch mit Blick auf sein nächstes großes Ziel als Standortbestimmung. Im Oktober will er bei der Marathon-Weltmeisterschaft der Masters in Zagreb an den Start gehen.
Bei den Frauen ging der Sieg an eine Debütantin. Nicole Preyl aus Karlsruhe benötigte 3:25:09 Stunden und feierte damit ihren ersten Erfolg im Kochertal. Auf die anspruchsvolle Strecke war sie vorbereitet – und dennoch überrascht. „Ich habe mir vorher das Streckenprofil angeschaut und war doch überrascht, dass es so hart ist“, sagte sie. Die Bedingungen und die Atmosphäre entschädigten sie jedoch: „Aber die Stimmung an der Strecke war super. Der Lauf ist sehr familiär und einfach schön.“
Genau diese Mischung aus sportlichem Anspruch, persönlicher Herausforderung und Familienfest soll auch im kommenden Jahr wieder den Charakter der Veranstaltung prägen. Dann steht beim 30. ebm‑papst Marathon ein besonderes Jubiläum an. Und nach dem neuerlichen Teilnehmerzuwachs dürfte das Kochertal auch dann wieder gut gefüllt sein.