Pressearchiv 15

02.03.2015

Zum 50. Mal die Welt verbessert

„Jugend forscht“ Regionalwettbewerb Heilbronn-Franken wieder mit starkem Teilnehmerfeld

Jasmin Thierschmidt (18) hat Seitan hergestellt und fermentiert
Jasmin Thierschmidt (18) hat Seitan hergestellt und fermentiert
 
Julia Munz (11) widmete sich Naturkosmetik
Julia Munz (11) widmete sich Naturkosmetik
 
Julian Mielich (14), Lukas Diemer (13) und Elias Hezel (13) haben ein Drahtwendelpotentiometer erfunden
Julian Mielich (14), Lukas Diemer (13) und Elias Hezel (13) haben ein Drahtwendelpotentiometer erfunden
 
Theo Rühle (12) hatte die Idee für einen Kürbisschneider
Theo Rühle (12) hatte die Idee für einen Kürbisschneider

Teilweise monatelange Vorbereitungen und sogar schlaflose Nächten haben sie in ihre Ideen gesteckt – nun konnten 134 Teilnehmer aus der Region Heilbronn-Franken ihre 67 Projekte beim 50. „Jugend forscht“ Wettbewerb der Jury vorstellen. Das Ergebnis: 14 Regionalsieger, davon acht bei „Schüler experimentieren“ für Kinder bis 14 Jahre und sechs bei „Jugend forscht“ für Jugendliche bis 21 Jahre, wurden am 26. Februar am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn gekürt.

Von Naturkosmetik bis zum Futterboot

Wie auf einer Wissenschaftsmesse ging es in den sechs Räumen zu, die den Teilnehmern von „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“ in der Künzelsauer Hochschule für die Präsentation ihrer Projekte vom 26. bis zum 28. Februar zur Verfügung standen. Von Mathematik, Physik, Geo- und Raumwissenschaften über Biologie und Chemie bis hin zu Technik und Arbeitswelt waren alle sieben Fachgebiete des Wettbewerbs vertreten. Bei ihren Ideen waren der Phantasie der Schüler keine Grenzen gesetzt und so entstanden Projekte, die sich beispielsweise mit Naturkosmetik, der Konstruktion eines Futterboots oder dem Cola-Mentos-Phänomen beschäftigten. Eines allerdings war allen Ideen gemein: Hinter ihnen standen engagierte Mädchen und Jungen, die sich für Forschung und Innovation begeistern und all ihr Herzblut in ihre Erfindungen fließen lassen haben. Und diese Leidenschaft spiegelte sich wiederum in den Resultaten wider.

19 Stunden für einen Versuch

Jasmin Thierschmidt (18), vom Robert-Mayer-Gymnasium in Heilbronn, ist eine der sechs Regionalsiegerinnen des Wettbewerbs. Sie widmete sich der Herstellung und Fermentierung von Seitan, einem Fleischersatzprodukt, das in verschiedenen Formen erhältlich ist. „Ich bin seit 15 Jahren Vegetarierin und habe selbst erst kurz bevor ich mit meinem Projekt begonnen habe von Seitan erfahren“, plaudert die Schülerin an ihrem Stand aus dem Nähkästchen. Jasmin hat bereits 2011 an „Jugend forscht“ teilgenommen, damals noch bei „Schüler experimentieren“, gewann den Regionalwettbewerb und wurde auf Landesebene Dritte. Für Biologie hat sich die 18-Jährige deshalb entschieden, weil sie bald auch ihre Abiturprüfung in dem Fach ablegt und sich seit vielen Jahren dafür interessiert. Und wie lange hat sie insgesamt für ihr Projekt gebraucht? „Ein Versuch hat bei mir 19 Stunden gedauert“, verrät Jasmin. Demnach sei es ein langwieriger Prozess gewesen. Allerdings habe sie auch erst im Dezember angefangen und sich am letzten Tag angemeldet. „Zwei Tage vor der Siegerehrung bin ich fertig geworden“, sagt sie. Mit dem Gedanken an einen potentiellen Sieg beim Landeswettbewerb hat die Schülerin sich noch gar nicht auseinandergesetzt. „Ich habe nicht die Einstellung, dass ich unbedingt gewinnen muss“, betont Jasmin. „Die Teilnahme an sich ist mir wichtiger.“ Und dass man am Ende des Ganzen wisse, man hat etwas erreicht.

Für die Umwelt, gegen Tierversuche

Dem kann Julia Munz (11) vom Eduard-Mörike-Gymnasium in Neuenstadt nur beipflichten: „Mir geht es ums Dabeisein und Spaß haben. Außerdem habe ich viele neue Freunde durch den Wettbewerb kennen gelernt.“ Das Projekt der Schülerin aus dem Fachgebiet Chemie besteht darin, Kosmetik wie Lippenstift und -balsam sowie Seife aus Naturstoffen herzustellen, um die Umwelt zu schonen und Tierversuche zu stoppen. Für sie ist es das erste Mal und auch wenn sie nicht zu den Gewinnern gehört, ist Julia nicht enttäuscht. „Nächstes Jahr nehme ich wieder teil – zusammen mit meiner Freundin“, erzählt sie und strahlt.

Fester Bestandteil im Kalender

„Die Region Heilbronn-Franken richtet den viertgrößten von zehn Wettbewerben in Baden-Württemberg aus“, informiert Silvia Böhler, Lehrerin am Gymnasium bei St. Michael in Schwäbisch Hall und seit fünf Jahren Regionalwettbewerbsleiterin, bei der Pressekonferenz zu „Jugend forscht“ am 27. Februar. An dieser nahmen neben ihr Hauke Hannig, der Pressesprecher von ebm-papst, dem Patenunternehmen des Wettbewerbs, Bernd Ludwig, Ausbildungsleiter bei ebm-papst, Professor Wolfgang Ernst, Dekan der Hochschule, und vier Journalisten sowie vier Regionalsieger teil. „Wir haben gleichbleibend hohe Teilnehmerzahlen“, sagt Böhler weiter. Dabei habe die Zahl der Anmeldungen für „Schüler experimentieren“ im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Was die Projekte angeht liege der Schwerpunkt auf den Fachgebieten Arbeitswelt und Technik. „Etwa die Hälfte kommt aus diesen Bereichen, was auch damit zusammenhängt, dass viele Azubis am Wettbewerb teilnehmen“, weiß Böhler. „Das hilft den Unternehmen, aber auch der gesamten Region“, ergreift Prof. Ernst das Wort. „Das Heranführen Jugendlicher an Technik ist etwas, worum wir uns langfristig kümmern müssen.“ Und was erwartet die Öffentlichkeit am 28. Februar? „Viele Mitmachaktionen, Flugvorführungen, Stände, und auch die Labore werden offen sein“, antwortet Bernd Ludwig. „Die bunte Vielfalt ist uns wichtig.“ Und es gehe darum, Familien mit Kindern zum Mitmachen bei dem Wettbewerb zu animieren. „Für viele ist der Samstag bei Jugend forscht fester Bestandteil in ihrem Terminkalender“, ergänzt Ludwig.

Kürbisschneiden leicht gemacht

Zurück zu den Teilnehmern. Welche spannenden Geschichten verbergen sich sonst noch hinter den zahlreichen Projekten? Theo Rühle (12) von der Deutschordensschule in Lauchheim zum Beispiel kam auf seine Projektidee, weil seine Mama sich beim Zubereiten einer Kürbissuppe in den Finger geschnitten hatte. Also erfand er eine Vorrichtung, die das Kürbisschneiden erleichtert – und wurde zu einem der acht Sieger von „Schüler experimentieren“ im Fachgebiet Arbeitswelt gekürt. Auch Julian Mielich (14), Lukas Diemer (13) und Elias Hezel (13), ebenfalls von der Deutschordensschule in Lauchheim, haben Interessantes zu ihrem Projekt zu berichten. „Wir haben festgestellt, dass bei den Bundesjugendspielen Fehler bei der Messung mit dem Maßband entstehen“, erklären die Regionalsieger im Fachgebiet Arbeitswelt. Deshalb hatten sie die Idee zu einem sogenannten Drahtwendelpotentiometer, das viel genauere Ergebnisse ermöglicht.

Robert-Mayer-Gymnasium räumt ab

Jede Menge stolzer Eltern, Lehrer, Freunde und Mitschüler saßen am Nachmittag des 27. Februar in der Mensa der Hochschule und freuten sich darauf, die Teilnehmer des 17. „Jugend forscht“ Wettbewerbs auf der Bühne zu sehen. Zum Auftakt spielte das Blechbläser-Quintett der Jugendmusikschule Bad Mergentheim das Stück „Gaillard Battaglia“ von Samuel Scheidt, bevor Silvia Böhler alle begrüßte. Nach ihr hatte Professor Dr. Wendelin Schram, Prorektor Forschung an der Hochschule Heilbronn, das Wort. „Jedes Projekt setzt ein Zeichen“, sagte er und verglich die Wissenschaft mit einem Punktgemälde. Auch Dr. Bruno Lindl, Geschäftsführung Forschung und Entwicklung ebm-papst, trat auf die Bühne, um zum Publikum zu sprechen. „Heutzutage ist der Fachkräftemangel vor allem in MINT-Berufen spürbar. Deshalb ist Jugend forscht ein Pfeiler für die Brücke, die noch gebaut werden muss“, betonte er. Die Menschheit und alles, was sie nutze, hinge von Wissenschaftlern und Technikern ab. Denn ob Smartphone oder Flugzeug – all das wurde von ihnen erdacht und erschaffen.

Nach Lindls Ansprache konnte es dann losgehen: Nicht nur die Sieger, sondern alle Teilnehmer des Wettbewerbs wurden auf die Bühne gebeten – angefangen mit dem Fachgebiet Arbeitswelt. Dabei ging niemand leer aus. Selbst für diejenigen, die nicht gewonnen hatten, gab es Präsente. Immer wieder wurde die Feierstunde vom Blechbläser-Quintett aufgelockert und ein Kurzfilm der Medien-AG von ebm-papst gezeigt, der einen spannenden Blick hinter die Kulissen von „Jugend forscht“ gewährte. Neben den Auszeichnungen für die Sieger wurden auch noch folgende Sonderpreise vergeben: ein Schulpreis für Schulen mit mindestens vier eingereichten Projekten ging an die Schule Schrozberg (4), das Gymnasium bei St. Michael in Schwäbisch Hall (4), das Gymnasium St. Gertrudis in Ellwangen (5), das Robert-Mayer-Gymnasium in Heilbronn (7), die Deutsche Schule Mailand (9) und das Eduard-Mörike-Gymnasium in Neuenstadt (10); den Sonderpreis für engagierte Talentförderer erhielt Martin Schmitt, Ausbilder bei ebm-papst; mit dem CTS-Schulpreis in Höhe von 1000 Euro, und damit dem höchsten Preis des Wettbewerbs, wurde das Robert-Mayer-Gymnasium ausgezeichnet. Zum Schluss wurde noch Hubert Segeritz, Juror für das Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften seit 2009, verabschiedet und mit einer silbernen Nadel geehrt. Eine besondere Erwähnung erging an 25 Azubis von ebm-papst, die fleißig hinter den Kulissen den Wettbewerb vorbereitet, sich um die Teilnehmer gekümmert, beim Auf- und Abbau geholfen und viele andere Aufgaben in diesen drei Tagen bewältigt hatten. So viele, dass sie nicht einmal Zeit hatten, auf die Bühne zu kommen. Der für sie bestimmte Applaus dürfte allerdings im ganzen Gebäude nicht zu überhören gewesen sein.

Hauke Hannig
Leiter Unternehmenskommunikation / Pressesprecher ebm-papst Gruppe
Phone: +49 7938 81-7105
Fax: +49 7938 81-97105
hauke.hannig@de.ebmpapst.com

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