Pressearchiv 2009

10.12.2009

Interview mit Thomas Tuchel, Trainer Mainz 05

Thomas Tuchel, Bundesligatrainer der Profifußballmannschaft von Mainz 05 stellte sich den Fragen zum ebm-papst Hallenmasters 2010.

ebm-papst: Herr Tuchel, Sie waren Anfang Januar 2009 mit den A-Junioren von Mainz 05 beim ebm-papst Hallenmasters in Mulfingen. Ihre Jungs spielten gut, belegten aber am Ende "nur" den 4. Platz. Haben Sie das Turnier dennoch in guter Erinnerung?

Thomas Tuchel: Auf jeden Fall. Das Turnier lebt von der guten Besetzung und der ausgezeichneten Organisation. Man kann sich mit Top-Teams messen. Im vergangen Jahr haben wir das Halbfinale erreicht, dann haben Kleinigkeiten entschieden. Wir waren trotzdem sehr zufrieden.

ebm-papst: Mainz 05 war an den sieben ebm-papst Hallenmasters siebenmal dabei. Das heißt doch ganz offensichtlich, dass Ihnen das ebm-papst Hallenmasters besonders wichtig ist. Wie kommt das?

Thomas Tuchel: Die Frage müsste eigentlich unserem Jugendkoordinator Volker Kersting gestellt werden, der ja seit sieben Jahren dabei ist. Er hat mir vor dem Auftritt mit meiner Mannschaft vom sportlichen Anspruch und von den idealen Rahmenbedingungen wie beispielsweise der neuen Halle oder der tollen Verpflegung erzählt. Das hat alles bestätigt.

ebm-papst: Wie schätzen Sie die Chancen der A-Junioren Ihres Vereins im Januar 2010 beim 8. ebm-papst Hallenmasters ein?

Thomas Tuchel: Das hängt von der Kaderzusammenstellung für das Turnier ab. Grundsätzlich liegt das Hauptaugenmerk der Vorbereitung auf der Freiluftsaison. Aber unser Team hat auch in der Halle gute Chancen für ein erfolgreiches Turnier.

ebm-papst: Wo steht der deutsche Fußballnachwuchs, also die 18- bis 20-Jährigen, im internationalen Vergleich?

Thomas Tuchel: Seitdem Matthias Sammer die Geschicke beim Nachwuchs des DFB leitet, hat ein neues Erfolgsdenken eingesetzt. Das belegen die kürzlich errungenen internationalen Titel, auch wenn man die erfolgreiche Nachwuchsarbeit nicht von Titeln abhängig machen darf. Wir müssen auf jeden Fall keinen internationalen Vergleich scheuen.

ebm-papst: Hat sich nach Ihrer Einschätzung die Einrichtung der dreigeteilten A-Junioren-Bundesliga bewährt?

Thomas Tuchel: Die Bundesliga hat sich auf jeden Fall bewährt. Die Leistungsdichte hat zugenommen, auch die Spitzenteams sind nun regelmäßig von Mannschaften auf Augenhöhe gefordert. Durch die Dreiteilung haben zudem alle Teams noch akzeptable Anfahrtswege, was den Aufwand für die Klubs deutlich reduziert.

ebm-papst: Wäre nicht eine einteilige 1. Junioren-Bundesliga besser?

Thomas Tuchel: Das denke ich nicht. Eine noch stärkere Bündelung der Teams in einer Liga würde das Ergebnisdenken noch mehr verstärken und der Aspekt der Förderung der Talente würde in den Hintergrund gedrängt. Außerdem würde dies einen erheblichen Mehraufwand bedeuten in der Organisation der Auswärtsfahrten. Man darf nicht vergessen, dass viele Spieler ja noch zur Schule gehen.

ebm-papst: Relativ wenige Spieler aus den A-Junioren-Bundesligateams schaffen den Sprung in den Profifußball. Woran liegt das?

Thomas Tuchel: Ich kenne die Zahlen nicht im Detail, würde aber so pauschal dieser Aussage nicht zustimmen. Ich denke, dass die meisten deutschen Jungprofis aus den jeweiligen U19-Teams der Bundesligen kommen.

ebm-papst: Sie persönlich haben einen ganz steilen Aufstieg hinter sich: vom Trainer der A-Jugend zum Trainer der aktiven Profimannschaft. Konnten Sie Spieler aus der A-Jugend in die erste Mannschaft mitziehen?

Thomas Tuchel: gespielt. Eugen Gopko als aktueller Spieler unserer U19 hatte auch schon einen Einsatz, ebenso wie Adriano Grimaldi, der im Sommer aus Leipzig zu uns gekommen ist. Ebenfalls im Profikader befindet sich Jan Kirchhoff, der leider noch verletzt ist. Bei Testspielen haben wir unter anderem auch schon Stefan Bell, Manuel Schneider und Petar Sliskovic aus dem Kader unserer A-Junioren eingesetzt.

ebm-papst: Was fehlt den A-Junioren, was die Profis bereits haben?

Thomas Tuchel: Auch das ist pauschal so nicht zu beantworten, weil individuell große Unterschiede bestehen. Grundsätzlich sind die Spieler aus unserem Nachwuchsleistungszentrum sehr gut ausgebildet, müssen dann aber lernen, sich im Profikader gegen ältere Spieler durchzusetzen und vor vielen Zuschauern ihre Leistung zu bringen.

Hauke Hannig
Leiter Unternehmenskommunikation / Pressesprecher ebm-papst Gruppe
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